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Interview geführt von Swetlana Melnikowa
zum Thema Globale Veränderungen und Ökologie

Interview mit Wissarion am 3. August 2011 Die Fragen stellt Swetlana Melnikowa
(Übersetzung aus dem Russischen)

       Hier zunächst eine Übersicht der Fragen. Weiter unten finden Sie Fragen und Antworten zusammen:

Frage 1: Nach der Vorführung des Films „2012“ ist vielen klargeworden, dass etwas Grandioses auf unserem Planeten heranrückt. Ministerpräsident Putin hat an die Ökologen eine deutliche Frage gestellt: „Wohin sollen wir fliehen?“ Doch die Gelehrten gaben keine Antwort. Was würden Sie ihm raten?

Frage 2: Urteilt man nach seinem Hin und Her, sorgt sich Premier Putin ernsthaft nicht nur um die Zukunft seiner nahen Verwandten, sondern auch um die Zukunft Russlands.  Ist er aus Ihrer Sicht fähig, Ihre Botschaften aufzunehmen, richtige Schlussfolgerungen zu ziehen und die Völker Russlands auf den richtigen Weg zu lenken?

Frage 3: Bereits jetzt merkt man, dass der psychische Zustand der Menschen sich bezüglich irgendwelcher menschlicher Prozesse verändert, die unkontrollierte Aggression wächst. Besteht denn die Möglichkeit, diesen Prozess, der mit der Menschheit geschieht, aufzuhalten?

Frage 4: Nach den Stimmungen in der Gesellschaft und in deren unterschiedlichen Schichten zu urteilen, suchen die Menschen verwirrt nach einem Ausweg, da sie verstehen, dass die Welt an einem dünnen Fädchen hängt. Lohnt es sich, ihnen einen Hinweis über die Vorgänge in Sibirien zu geben, oder sollen sie selber nach Antworten auf ihre Fragen suchen?

Frage 5: Wenn in der nächsten Zeit irgendwelche globale Veränderungen stattfinden werden, kann eine gewaltige unkontrollierbare Flut von Menschen in diese Region strömen. Lohnt es sich unter Berücksichtigung dieser Wahrscheinlichkeit, den Menschen darüber zu erzählen, dass hier eine „rettende Arche“ gebaut wird?

Frage 6: Ist eine Situation möglich, wenn Menschen, die neu hierher kommen, wegen ihrer seelischen, geistigen und schöpferischen Eigenschaften mehr bereit sind, das Letzte Testament zu verwirklichen als diejenigen, die schon seit langer Zeit in diesen Gebieten wohnen?

Frage 7: Das Land der Verheißung ist vor einigen Jahren zum Friedenspol ernannt worden. Das bedeutet, dass hierher ein Mensch mit jeder religiösen Anschauung kommen darf und mit der Verwirklichung beginnen kann. Aber Vertreter anderer religiösen Anschauungen gibt es hier keine. Wieso?

Frage 8: Die moderne Gesellschaft verwandelt unseren Planeten durch die Abfälle bei ihrer Lebenstätigkeit in einen Müllhaufen. Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation?

Frage 9Kann denn der Mensch mit seinen Gedanken den Raum verschmutzen?

Frage 10: Wenn die Menschen sich für ein Leben in der Gemeinschaft entscheiden und einen Beschluss bei der kollektiven Arbeit fassen, hat dann das Mitglied dieser Vereinigung die Freiheit der Wahl, den Gemeinschaftsbeschluss nicht auszuführen?

Frage 11Indem sich jeder in die Erkenntnis der Wahrheit vertieft, übernimmt er einen Teil der Verantwortung. Wenn aber der Mensch in einem bestimmten Moment nicht fähig ist, eine schwerere Last auf sich zu nehmen, lohnt es sich denn für ihn, anzuhalten, um das zu vollführen, was er kann, oder soll er weitergehen, um gegenüber den anderen nicht zurückzubleiben.

Frage 12: Wo ist die Grenze zwischen der Wahl der Seele und dem Egoismus? Und ist der Mensch fähig, dies selbst festzustellen?

Frage 13: Darf man denn heute in der Gesellschaft und auch hier, im Land der Verheißung, Kirchen bauen?

Frage 14: Wie die Gläubigen, so wissen es auch die Ungläubigen, dass die Seele unsterblich ist. Und die Gelehrten haben die Seele sogar messen können. Ferner kann sich der Mensch unabhängig von seiner Lage geistig entwickeln. Wozu also soll man in die Gemeinschaft kommen, wenn man seine Seele in einer beliebigen Gegend der Erde retten kann?

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Frage 1: Nach der Vorführung des Films „2012“ ist vielen klargeworden, dass etwas Grandioses auf unserem Planeten heranrückt. Ministerpräsident Putin hat an die Ökologen eine deutliche Frage gestellt: „Wohin sollen wir fliehen?“ Doch die Gelehrten gaben keine Antwort. Was würden Sie ihm raten?

Wissarion: Ich verstehe, dass - falls er solche Worte auch gesagt haben soll - sie einen spielerischen Charakter haben. Nimmt man die Frage „Wohin fliehen?“ ernst - falls die Frage genau so aufgebaut sein sollte - dann könnte man eine Antwort mit einer Gegenfrage geben: „Lohnt es sich denn?“. Wenn man vor etwas flieht, so ist das der falsche Ausweg, die falsche Lösung irgendwelcher Probleme. In diesem Fall wäre es angebracht zu sagen: Dem Schicksal entkommt man nicht. Eine andere Sache ist, das Schicksal zu ändern. Wenn der Mensch das Schicksal ändert, ändert er auch etwas, was für seine vorherigen für ihn kennzeichnenden  Entscheidungen tragisch sein könnte. Ändert er sein Schicksal, kann er dies vermeiden. Er geht natürlich zu etwas anderem über, das für ihn ebenso kennzeichnend sein kann, es kann aber auch tragisch werden für ihn. Aber bis zur nächsten Tragödie kann es viel länger dauern. Deswegen solltet ihr vor nichts fliehen, sondern versuchen, die Information, mit der ihr in Berührung kommt, zu begreifen und nicht von euch zu weisen, weil ihr es bislang nicht gelernt habt, sie ernst zu nehmen. Das wäre weise.

Alles, was auf der Erde ertönt und geschieht, ertönt als Information, dahinter steckt immer etwas. Es kann entweder ein direkter Hinweis auf eine Bedrohung in der nächsten Zeit sein, oder eine Andeutung, die dem
Menschen sagen möchte, in welcher Richtung er versuchen sollte, sich zu mobilisieren, in welcher Richtung er denken sollte. Dabei wird der Mensch letztendlich und selbstverständlich, wenn er seinen Verstand
richtig anwenden wird, eine interessante Lösung finden. Und ist der Mensch wirklich in der Lage, eine Rolle zu spielen, die nicht weniger nützlich ist als bislang, so wird er sie spielen. Und wenn er anhand
seiner Eigenschaften nichts anderes spielen kann, findet er diese Lösung nicht. Ihm bleibt nur, das ihm bislang Offenbarte würdig anzunehmen.

Und wenn wir über die wahrscheinlichen extremen Bedingungen sprechen, die auf der Erde stattfinden können, so gibt es natürlich auch Regionen, die diesen Veränderungen weniger ausgesetzt sind. Macht man
diesbezüglich eine leichte Betonung, so wird sich das, was hier im Süden der Region Krasnojarsk geschieht, dieses sibirische Plateau (Hochebene), minimal verändern. Aber diejenigen, die geflüchtet sind, werden sich
hier nicht retten können, sie werden nicht gerettet.

Die extremen Bedingungen können das gewohnte Lebenssystem vernichten, das Finanzsystem und vieles andere. Besitzt der Mensch nicht die Eigenschaften, die für eine richtige Vereinigung mit den Mitmenschen
förderlich wären, wird er sich nicht retten können. Mehr noch, er muss mit der Erde richtig umgehen können, das Nötige erarbeiten, um sich zu ernähren. Außerdem musst du so mit den Menschen umgehen können, damit sie dich nicht jeden Tag als wahrscheinliche Beute betrachten, damit dich niemand von einer egoistischen Position aus betrachten kann, indem er im günstigen Augenblick das an sich reißt, was du erreicht hast - mit anderen Worten, wenn ihr euch gegenseitig in das optische Visier nehmt.

Überleben kann man nur in einem normalen Kollektiv. In einem normalen Kollektiv haben alle volles Vertrauen zueinander.  Gibt es diesen Monolithen, so hat er die maximale Chance, die extremen Verhältnisse zu
durchschreiten. Aber die Menschen, die in der modernen Gesellschaft leben, haben es verlernt, sie haben verlernt, gemeinsam zu leben, obwohl sieanscheinend zusammen wohnen. Auf einer kleinen Fläche, zum Beispiel in einem Hochhaus, wohnt eine enorm große Ansammlung  von Menschen, aber sie alle sind einander fremd, sie wissen nichts voneinander.
Und unter extremen Verhältnissen werden sie sich gegenseitig
unbedingt als Beute ansehen.  Das ist die Natur des Menschen. Eine Natur, die sich in keiner normalen Art entwickelt hat. Das ist eine wilde Natur, sie fixiert sich in erster Linie auf  die Angst, auf die Gefahr, die sein kann. Der Mensch darf so nicht sein. Aber etwas anderes hat er nicht gelernt. Jahrtausende sind vergangen, so wie der Mensch in der Steinzeit war, so zeigt er sich auch heute. Etwas hat sich bei ihm
verbessert, etwas hat sich verfeinert, aber das ist sozusagen die tierische Komponente, sie ist auf demselben Niveau, sie hat sich nicht derart verändert, dass man sagen könnte: Der Mensch ist keine Tier mehr. Vorläufig dominiert bei ihm das tierische Prinzip.

Deshalb, wenn es zu Komplikationen kommt und das dem Menschen vertraute System auseinanderfällt, hat es für diejenigen, die es nicht geschafft haben, sich zu vereinigen, keinen Sinn, irgendwohin zu fliehen, sie
werden sowieso nicht überleben. Sie werden jemand anderen ausnutzen, aber das ist kein guter Umstand, Seinesgleichen zu vernichten, denn der Mensch hat ein gewaltiges Potential von Fertigkeiten und Möglichkeiten angehäuft. So kann Ich den Davonlaufenden keinen Rat geben außer der 
Frage: „Lohnt es sich denn?“

Diejenigen aber, die weise suchen, sollten auch weiterhin jede Information, die sie erhalten, weise auffassen,  und  sie sollten weise begreifen, dass in dem Fall, wenn über das Schicksal der Menschheit entschieden wird, zu dieser Zeit unbedingt die Möglichkeit gegeben wird, sich richtig retten zu können, unbedingt, anders kann es nicht sein. Umso mehr, als die Menschheit nicht die einzige vernünftige Zivilisation in der Welt, im Weltall ist. Diese Möglichkeit wird unbedingt gegeben sein. Sie jedoch zu finden, wird dann eine Art Prüfung, eine Art Test darauf sein, ob es einen Sinn für jemanden hat, sich zu retten. Sie sollten es sich überlegen.

Diejenigen, die ein günstiges Potential haben, sich weiter richtig zu entwickeln, sich zur nächsten Entwicklungsstufe hinzubewegen, werden diesen erforderlichen Ruf hören können. Wenn sie mit der entsprechenden Information in Berührung kommen, werden sie sich innerlich erregen. Sie stehen dann vor der realen Wahl, ob sie ihr Schicksal verändern sollen. Sie müssen es selbständig tun, das ist die Freiheit der Wahl.Viele Hinweise sind für diese Menschen gegeben worden. Sie besitzen ein gutes Potential, werden sie aber diese Schritte tun? Das wird von ihnen abhängen. Nicht alle werden diese Schritte machen können, nicht
alle werden es wagen, obwohl sie ausreichend geeignet sind, diesen interessanten Schritt in die Zukunft zu tun.

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Frage 2: Urteilt man nach seinem Hin und Her, sorgt sich Premier Putin ernsthaft nicht nur um die Zukunft seiner nahen Verwandten, sondern auch um die Zukunft Russlands.  Ist er aus Ihrer Sicht fähig, Ihre Botschaften aufzunehmen, richtige Schlussfolgerungen zu ziehen und die Völker Russlands auf den richtigen Weg zu lenken?

Wissarion: Ob ein Mensch fähig ist? Ich schaue die Menschen fast nie von dieser Position aus an.  Ich nehme den Menschen immer mit Glauben und Hoffnung auf, dass er es vielleicht schafft. So kategorisch schaue Ich nicht. So, falls er nicht fähig ist, dann hat es auch keinen Sinn, etwas zu tun. Mein Wesen ist so aufgebaut, dass Ich an jeden Menschen glaube und Hoffnung habe, dass es ihm doch noch gelingt. Darum werde ich natürlich bis zuletzt die Hoffnung hegen, sogar dann, wenn Ich im Laufe der Zeit auf irgendwelche Fakten stoßen und sehen würde, dass bereits keine Möglichkeit mehr besteht.  Aber in Meinem Inneren werde ich so kategorisch kein Urteil fällen, es wird kein Urteil geben, denn das wäre Meinem Wesen zuwider, weil ein Funke Hoffnung bleibt, und wenn es ein winzig kleiner ist, aber ein Funke Hoffnung, dass es doch gelingt, dass der Mensch wenigstens mit einem Gedanken in die richtige Richtung umkehrt.
In diesem Fall aber sprechen wir über einen Menschen, der Politiker ist. Wenn wir uns  an die Politik halten, so habe Ich eine winzig kleine Hoffnung, in welche Richtung man die Völker Russlands lenken möchte, aber eine sehr kleine Hoffnung. Weil es in der Politik eine gewaltige Menge von Menschen gibt, Menschen, die von geistigen Werten weit entfernt sind, sehr weit entfernt. Sie sind nicht einfach weit entfernt, sondern sie widersetzen sich durch ihre Bemühungen diesen Werten. Deswegen kann ein Politiker gar nichts machen. Er muss sich auf die Menschenmassen stützen, erst recht in einem Staat. Das sind keine zehn Leute, das ist eine gewaltige Masse von Menschen, die an verschiedenen Steuern stehen, an einem ganz kleinen Steuer oder an einem etwas größeren. Das ist so eine Wechselbeziehung  von Menschen. Da wir über die Rettung Russlands sprechen, wäre es notwendig, dass an jedem Steuer ein Mensch stehen würde, der sich als begünstigend bewährt. Aber ein Mensch, auch wenn er sich bewährt und zum Präsidenten wird, schafft nichts, bis diese ganze Mannschaft auch derart richtig denken wird. Nur dass er (Putin) sich in einer etwas gefährlichen Richtung gezeigt hat.
Deswegen war es unmöglich, als sich eines Tages ein gewisses Ende dieser Welt herausbildete, es war bekannt, absolut ausreichend bekannt, garantiert bekannt. Und  so, wie die Welt sich entwickelt, kann man dieses Ende nicht durchschreiten. Man müsste dann sehr schroff seine Weltanschauung ändern. Aber das wäre wirklich möglich, wenn überall entsprechende Menschen am Steuer stehen würden. Dann gäbe es noch eine Chance. Diese Möglichkeit ist aber sehr gering, weil diese Institution oder dieses Gebiet der Macht keine geistige Entwicklung vorsieht. Es hat damit überhaupt nichts zu tun.
Wenn ein Mensch dahin strebt, kehrt er sich von den geistigen Werten unvermeidlich ab. Als Politiker muss er über etwas Schönes reden, über Kultur. Von geistigen Werten hat er keine Ahnung. Es sind keine schlechten Menschen, sie können gute Wirtschaftsfunktionäre sein, irgendwo eine positive  Rolle spielen. Ohne normale geistige Entwicklung kann man die Gesellschaft nicht retten.  Man kann keine Ordnung, kein Wohlergehen schaffen, wo alle Menschen glücklich sind, alle so gut in dieser Welt sind. Das zu schaffen ist unmöglich. Das sind Täuschungen, wenn man sie mit zahlreichen materiellen Werten versorgt und alle scheinbar zufrieden sind. Das ist Betrug. Ein geistig normaler Mensch offenbart sich leicht in schwierigen Situationen, wenn etwas Schwerwiegendes passiert, etwas Extremes. Gerade dann offenbaren sich die wahren Eigenschaften des Menschen, es zeigt sich, dass er noch einiges mehr hat. So die Wohlstandsländer, die man sozusagen als Wohlstandsländer bezeichnet, da sind schwache Menschen. Unter extremen Bedingungen bekommen sie einen Schock, sie sind im Stress, und sie werden kaum fähig sein, normal zu handeln. Sie haben die nötigen Eigenschaften nicht, sie geraten leicht in Panik, sie verbittern bis zur Unkenntlichkeit.
Geistige Werte sind etwas anderes: Wenn ein Mensch, was auch immer geschieht, seine menschlichen Eigenschaften bewahrt. Die wahre menschliche Eigenschaft ist, wenn er ständig bereit ist zu helfen, ohne zu erwarten, dass er dafür belohnt wird, oder wie sich jemand ihm gegenüber verhalten wird. Das ist unwichtig. Wichtig ist, daran zu denken, dass er zu allen gut ist und bestrebt ist, allen ein Freund zu sein. Wird er gejagt oder nicht, wie er von den Mitmenschen aufgenommen wird, von den Verwandten, in seinem Haus, das alles ist nicht wichtig. Er weiß nur, dass er sich richtig benimmt und gut zu allen ist.
Die Welt eines Politikers ist aber anders aufgebaut. Für den Politiker ist wichtig, wie er wahrgenommen wird. Er ist wie eine Marionette in den Händen der umgebenden Gesellschaft, einer schwachen Gesellschaft, die man anscheinend retten muss, er ist aber von ihr abhängig. Wie kannst du diese Gesellschaft retten, wenn du von ihr abhängig bist? Das ist ein Spiel. Das Spiel muss natürlich beendet werden. Denn das Spiel, das stets gespielt wurde und wird, sollte eines Tages das Niveau erreichen, wo es für alle außerordentlich gefährlich wird. Diese Zeit beginnt. Deswegen sieht man, wie leicht die Menschen die Waffen aufeinander richten, wie leicht sie erzürnen. Und dort, wo der Mensch psychisch schwächer ist, gerät er viel schneller in diese Wildheit. Es ist die Zeit jetzt, wo die Psyche des Menschen sich immer stärker zusammenkrampfen und überlastet sein wird. Und Ich wiederhole Mich nochmals: Da, wo es Schwächere gibt, dort wird auch mit dem Schießen begonnen. Einen Ausweg aus all dem finden kann man nur, wenn man lernt, auf alles richtig zu schauen. Man kann aber nicht im Laufe einer Stunde lernen, richtig zu schauen. Darum sollte die Rettung nicht am Zeitpunkt festgemacht werden, wenn der Erlöser kommt und sagt: Kommt, machen wir das so. Und alle sind gerettet. Nein. Man muss seine Eigenschaften ändern. Das sind Jahre. Man braucht Jahre, um das zu ändern, was man jahrhundertelang angesammelt hat. Das ist eine kolossale Arbeit. Das ist eine Heldentat. Und es ist eine Zeitperiode nötig, bis der Mensch fähig sein wird weiterzuschreiten, in die Zukunft zu schreiten. Darum braucht man diese Zeit bestimmter Stabilität. In dieser Zeit sollte man einen bestimmten Teil von Menschen vorbereiten, die sich ändern müssen durch große Arbeit.

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Frage 3: Bereits jetzt merkt man, dass der psychische Zustand der Menschen sich bezüglich irgendwelcher menschlicher Prozesse verändert, die unkontrollierte Aggression wächst. Besteht denn die Möglichkeit, diesen Prozess, der mit der Menschheit geschieht, aufzuhalten?

Wissarion: Nein. Ein Mittel gibt es nicht. Es ist dasselbe, wie wenn wir sagen, dass es einen Weg gibt, dem Armageddon, den die Schrift voraussagt, zu entgehen. So eine Möglichkeit gibt es nicht. Das ist eine Unvermeidlichkeit, die zur Rettung des menschlichen Geschlechts geschieht.  Natürlich unterstreicht das, wie Ich es bereits mehrmals gesagt habe, dass dies nichts mit dem Willen Gottes zu tun hat. Gott kann niemals für jemanden Vernichtung und Leiden anordnen. Es ist unwichtig, für wen. Dies ist prinzipiell nicht möglich. Eine Zeitperiode wird benötigt, in der unter ihren natürlichen Bedingungen und bei irgendwelchen Begleiterscheinungen, wie Ich es jetzt  ein wenig verallgemeinere, auf der Erde unvermeidbare Ereignisse vor sich gehen werden, die man in Wirklichkeit als Wende, die das Menschenschicksal bestimmt, ansehen kann. Und deswegen – wenn von einem schrecklichen Ende der Welt gesprochen wird – geschieht das in Wirklichkeit zum Wohl des Menschen.
Denn das Leben eines Menschen wird nicht dadurch bestimmt, wie man früher gewohnt war zu denken, dass, wenn man körperlich nicht mehr lebt, stirbt - nichts zurückbleibt. Der Mensch bleibt aber. Das heißt, dass sogar der Massenuntergang, der Untergang der menschlichen, biologischen Organismen keineswegs ein Untergang der Menschheit ist. Überhaupt nicht.
Es kommt zu einem solchen natürlichen Umstand, der als eine Art Filter fungiert, der die anomale Entwicklung aufhalten kann. Und mit seiner Hilfe kann man dann den Teil der Menschheit aussondern, der die Zeitperiode maximaler extremer Bedingungen durchsteht, erhalten bleibt und zur Grundlage wird. Und zur Grundlage soll ein einheitliches Volk werden, eine Gemeinschaft, die eine richtige Sicht auf die umgebende Realität hat, die eine genauere Vorstellung über das Weltall, über die Entwicklungsgesetze hat, die eine vollkommenere Vorstellung hat, als die, die bis heute jahrhundertelang traditionell erhalten worden ist. In Wirklichkeit wurde das traditionell erhalten, was vor vielen Jahrhunderten für den damaligen Menschen verständlich war.
Erhalten bleiben aber dieTraditionen, aber die Menschen verändern sich, ihr Verstand ändert sich, die  Vorstellung bleibt aber dieselbe, die darf man nicht so traditionell bewahren, das schadet nur.
Und deswegen braucht man in diesem Fall eine Bedingung, wenn die neue Lehre, die geboren werden soll, als die wahre Lehre angenommen wird. Dann werden die Menschen, indem sie sich um die Lehre versammeln und sie annehmen, sich in einem einheitlichen Strom entwickeln, in einem einheitlichen Raum der  Vorstellung über die umgebende Realität. Sie müssen diese Vorstellungen vom Menschen genau erfüllen. Und hier schauen wir dann, was aufzubauen, zu bilden ist. Und dann, wenn sie fähig sein werden, durch die extremen Bedingungen durchzugehen, werden sie diese rettende Rolle spielen. Alles andere muss aufgehalten werden. Und da es nicht der Wille Gottes ist, mit Blitz oder etwas anderem zu bestrafen, so ist es hier ganz einfach.
Unter den Bedingungen der Erde geschieht das vielleicht aufgrund irgendeines Wunsches, das geschieht irgendwie nach eigenem Gutdünken, irgendwo etwas später, irgendwo etwas früher, wo weder die Erde noch die Natur es weiterhin erdulden können, sei es, dass es um Kinder geht oder um Erwachsene. Dort, wo es bereits zur Übertreibung  anomaler Erscheinungsformen kommt, dort wird die Erde es leichter haben, einfacher haben, sich in derartigen Maßstäben zu zeigen, sodass es für die auf dieser Oberfläche Lebenden  vernichtend sein wird.  Somit spielt die Natur so eine für den Menschen rettende Rolle. Sie vernichtet natürlich nicht die Seele des Menschen, er bekommt einen neuen Körper.  Das ist kein Problem.
Der Organismus muss gestoppt werden, da viele dieser Organismen sich anomal weiterentwickeln, sie sind ratlos, manipulieren um Druckknöpfe herum, von denen das Leben tausender Menschen abhängt. Es ist besser, diese Organismen zu stoppen. Für sie zu bitten ist sinnlos.

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Frage 4: Nach den Stimmungen in der Gesellschaft und in deren unterschiedlichen Schichten zu urteilen, suchen die Menschen verwirrt nach einem Ausweg, da sie verstehen, dass die Welt an einem dünnen Fädchen hängt. Lohnt es sich, ihnen einen Hinweis über die Vorgänge in Sibirien zu geben, oder sollen sie selber nach Antworten auf ihre Fragen suchen?

Wissarion: Man kann darüber natürlich berichten. Das ist so eine Art Frohe Botschaft, aber man sollte es nicht auf traditionelle Art tun. Traditionell meint hier, wenn versucht wird, den Glauben gegenseitig zu zeigen, den Glauben kundzutun. Das hat dann einen anomalen Charakter, man darf ihn nicht aufdrängen, denn hier ist es wichtig, dem Menschen, der das nötige Potential hat, eine Chance zu geben, um an dem, was für den Menschen, für die menschliche Gesellschaft die Rettung ist, richtig teilzunehmen. Das heißt, man kann nicht alle dorthin jagen. Und deswegen gibt es keine Wunder, nichts von dem, was dem Menschen die Möglichkeit nimmt, das, was geschieht, richtig zu verstehen und um ihn nicht einfach in etwas hineinzutreiben. Nichts dergleichen darf geschehen. Aber man darf es einander mitteilen, erzählen, zeigen, aber nicht aufdrängen. Deswegen muss man stoppen, wenn man merkt, dass der Mensch, dem man die Information mitteilt, sie irgendwie nicht aufnimmt. Zeigt er aber Interesse, so kann man natürlich mehr erzählen, aber nicht aufdrängen. So ist es in Ordnung. Es geschieht das, was auch notwendig ist.

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Frage 5: Wenn in der nächsten Zeit irgendwelche globale Veränderungen stattfinden werden, kann eine gewaltige unkontrollierbare Flut von Menschen in diese Region strömen. Lohnt es sich unter Berücksichtigung dieser Wahrscheinlichkeit, den Menschen darüber zu erzählen, dass hier eine „rettende Arche“ gebaut wird?

Wissarion: Nun, das sieht natürlich nicht ganz so einfach aus. Es wird nicht einfach sein, hierher zu strömen, falls wir über etwas Extremes reden. Das Extreme kann sehr leicht die Elektrizität abschalten. Gibt es keinen Strom, gibt es kein Benzin. Gibt es kein Benzin, wird es ziemlich schwierig sein, hunderte Kilometer zu Fuß zu gehen, besonders, wenn man sich auf den russischen Straßen nicht orientieren kann, wo es ab und zu keine Verkehrsschilder gibt oder sogar keine Hinweisschilder, die anzeigen, wo man langgehen muss. Darum wird das in Wirklichkeit ein sehr großes Problem sein, hierher zu kommen, und das ist gut. Denn derjenige, der klug ist und etwas nachdenkt, wenn er Informationen erhält, wird versuchen, über dieses Thema selbständig weiterzudenken und die Richtung, in die er gehen will, festlegen. Um zu berechnen, was er vorbereiten muss, wenn er durch die weiten Flächen Sibiriens zu Fuß gehen muss. Außerdem kann man nicht einen Sack voller Lebensmittel mit sich tragen, und an den russischen Straßen gibt es auch nahezu keine Imbissstuben. Und umso mehr ist es ein Problem, wenn man damit rechnet, zu Fuß zu gehen, es wird unmöglich sein, hierher zu kommen.
Darum gibt es vielleicht noch Hoffnung, dass ein Teil der Menschen noch irgendwelche Transportmittel benutzen kann. Aber das muss man rechtzeitig spüren können, dass, wenn man es jetzt nicht nutzt, man es später nicht mehr kann. Wenn man anderswie von irgendwoher in diese Region kommen möchte, bitte sehr, sollen sie nur kommen.
Wir leben unter Bedingungen, dass – wenn  wir sogar ein Bildchen malen würden und eine gewaltige Masse von Menschen es schafft, hierher zu kommen – es normal wäre. Extreme Bedingungen aktivieren den Menschen auf interessante Art. Er beginnt, etwas anders zu denken und versteht, dass, wenn er hierher kommt, dann kommt er vor allem, um sich zu retten. Da es um Rettung geht, ist er bereit, unter manchen Umständen gehorsam zu sein. Und wenn man sie richtig lenkt, werden sie sich schneller richtig mobilisieren, dabei kann etwas Gutes herauskommen. Selbstverständlich ist erforderlich, dass eine Stammgruppe da ist, die die wichtigsten Entscheidungen trifft. Das sind die Menschen, die hier bereits seit Jahren leben können, die hier die richtige Orientierung, das richtige Verstehen, die richtigen Kenntnisse usw. erhalten haben.  Das ist einem Gerippe gleich, das an den kleinen Steuern stehen wird, die eine Gesellschaft braucht. Allerdings sollen das die zuverlässigsten Menschen sein. Das ist ein Meister, kein Leiter, einfach ein Meister auf dem Gebiet, das er gut versteht, in dem er sich gut auskennt. Und für die andere wird es richtig sein, auf diesen Menschen einfach zu hören und zu versuchen, sich in dieses gemeinsame System wirklich zu integrieren, wobei das Überleben der Menschen hier von ihm abhängig sein wird. Aber einfach scharenweise hierherzukommen und das zu tun, wozu man gerade Lust hat, das geht so nicht, das ist dann eine unnütze Arbeit, hierhergekommen zu sein, selbst wenn die Erde hier wunderschön ist. Die Erde ist ja wunderschön. Wenn du aber nicht über die elementarsten Samen verfügst, was nimmst du dann von dieser Erde? Das ist nicht einfach.

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Frage 6: Ist eine Situation möglich, wenn Menschen, die neu hierher kommen, wegen ihrer seelischen, geistigen und schöpferischen Eigenschaften mehr bereit sind, das Letzte Testament zu verwirklichen als diejenigen, die schon seit langer Zeit in diesen Gebieten wohnen?

Wissarion: Nein, das ist nicht möglich. Gute Eigenschaften zu haben, das ist zu wenig. Man muss im Kollektiv leben können, richtig leben können. Es ist nicht möglich zu behaupten, dass hierher Menschen mit solchen erforderlichen Qualitäten kommen, zumal sie noch nie richtig (im Kollektiv) gelebt haben. Prinzipiell können sie diese Qualitäten nicht haben. Wenn sie aber mit guten Eigenschaften kommen, angenommen der Mensch ist gutherziger als derjenige, der sich hier bereits befindet - das kann man nicht von allen sagen, dass sie dermaßen gutherzig sind - dass sie also besser sind als diese Menschenmenge hier, die sich besiegt und geistige Heldentaten vollbringt, so wird es allerdings nicht sein. Aber in verschiedenen Varianten kann natürlich jemand, der später kommt, mit seinen Eigenschaften höher (entwickelt) sein, mit seinen geistigen, moralischen Eigenschaften, als jemand, der hier bereits lebt.
Die Menschen hier sind nämlich unterschiedlich. Hier gibt es durchaus interessante und entwickelte Menschen, man kann sich auf sie verlassen. Wenn der Mensch zuverlässig, interessant ist, kann man ohne Sorge um ihn sein, er schreitet gut, er schreitet richtig. Er macht natürlich Fehler, es gibt hier keinen, der überhaupt keinen Fehler macht. Sie machen selbstverständlich Fehler. Aber es gibt auch diejenigen, die nicht nur Fehler machen, sondern auch einige erfolgreiche Schritte tun. Solche gibt es auch. Deswegen, je nachdem wie man vergleicht und mit wem man vergleicht. Es fehlt jedoch das Können, zusammen zu leben.  Diese Eigenschaften fehlen. Darum sind alle hier gut, und auch klug, es sind einfach gute Menschen. Von jedem einzelnen kann man viel Wärme erfahren, er ist fürsorglich, er lächelt dich mehrmals an, es geht einem einfach gut mit diesem Menschen. Aber nur solange sein Interesse nicht verletzt wird. Sobald man sein Interesse verletzt, regt sich der Mensch sofort auf, er wird unruhig. Und er kann sich leicht von dem abwenden, was für ihn bisher heilig war. Er wendet sich leicht ab, weil sein Glaube bis jetzt mehr darauf basierte, dass er dachte, dass Heiliges seinen Vorstellungen nicht widersprechen kann. Und solange es nicht widerspricht, ist er froh und glücklich. Sobald es aber widerspricht, wird er unruhig, offensichtlich ist das Heilige nicht ausreichend heilig. Das gibt es auch. Das alles muss ich sehen. Das ist irgendwie traurig, aber das ist eine Tatsache, die besagt, dass die Orientierung im Inneren des Menschen sich noch nicht richtig gebildet hat. Deswegen wird es noch viele Nachteile in diesem Bereich geben.
Daher, wenn auch tausende gute Menschen hierherkommen, werden sie die Hölle heiß machen, mit vielen Schwierigkeiten wird man sich auseinandersetzen müssen. Aus ihnen wird noch so allerhand heraustreten! Werden sie sich aber richtig orientieren und die Wahrheit schätzen, dann gelingt ihnen natürlich alles.

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Frage 7: Das Land der Verheißung ist vor einigen Jahren zum Friedenspol ernannt worden. Das bedeutet, dass hierher ein Mensch mit jeder religiösen Anschauung kommen darf und mit der Verwirklichung beginnen kann. Aber Vertreter anderer religiösen Anschauungen gibt es hier keine. Wieso?

Wissarion: Es gibt traditionelle Konfessionen, die es schwer zulassen, dass sie hierher kommen können, weil die Tradition, die seit langer Zeit besteht, ihre spezifischen Formen angenommen hat, die irgendeine neue Sicht nicht zulassen, kein bisschen. Das ist jedoch mehr ein Appell an diejenigen, die wenigstens nicht traditionell denken, die wenigstens etliche andere Anschauungen zulassen. Mit diesen Menschen wird mehr gerechnet. Denn, wie verschieden die Gruppen auch sein werden, wenn sie in extreme Bedingungen geraten, wird es nicht leicht sein, diese zu durchschreiten.
Und es ist immer besser, nicht mit demjenigen zusammen zu sein, der zur selben Religion gehört, aber mit demjenigen, der bemüht ist, alles richtig zu machen, gut zu leben, die Vorstellungen hell einzuschätzen, die heiligen Vorstellungen, und welcher mit dem Geschehen, der Realität, friedlich und gütig umgeht. In so einem Kollektiv ist es immer leichter, die schwierigen Zeiten zu durchschreiten, und unterstreichen wir nochmals, selbst wenn sich der andere Mensch zu einer anderen Religion bekennt als deine. Und deshalb ist dieser Platz hier so gut, wo man versuchen kann, eine neue Welt aufzubauen, wo jeder versuchen kann, es auf seine Weise zu tun. Man kann aber wenigstens etliche Bemühungen aufeinander abstimmen, man kann wenigstens irgendwelche Bemühungen vereinigen, damit es leichter wird, etwas zusammen aufzubauen.
Es gibt doch diese Möglichkeit. Es ist nicht unbedingt so, dass jemand sein Haus alleine baut, dass nur Menschen einer Religion dieses Haus bauen sollen. Nein. Aber diejenigen, die hier bereits wohnen, die Fertigkeiten und Kenntnisse haben, können leicht dazu beitragen, behilflich zu sein. Wenn es schwierig wird, ein Mensch ist krank geworden, und es sind vielleicht nur wenige dieser Menschen aus einer konfessionellen Gruppe da, es ist zu wenig Kraft da, etwas zu schaffen, dann gibt es noch die andere Gruppe von Menschen, die es schaffen können, die helfen können.
Wenn sie die richtige Zielsetzung haben, haben sie mehr Möglichkeiten, einander zu helfen. Aber auch mit der Zeit, besonders wenn man nebeneinander wohnt, dort, wo etwas der Wahrheit mehr entspricht, wird man das unvermeidlich bemerken, und mit der Zeit werden alle unvermeidlich in eine Richtung gehen. Diesem kann man nicht ausweichen. Darum darf dies nebenan leben. Es kommt sowieso alles zu Einem. Wichtig ist, dass der Mensch die Fähigkeit hat, nicht traditionell zu denken. Das besagt, dass noch Hoffnung besteht.
Wenn er traditionell denkt und Angst hat, all das andere als die Wahrheit anzunehmen, das bereits seinen Regeln nicht entspricht, dann ist es schwierig, sich auf diesen Menschen zu stützen. So lasst ihn tun, was er tut. Das ist sein Niveau, man darf diese Menschen nicht an etwas anderes heranziehen, er muss das durchschreiten, bis er daran zu zweifeln beginnt. Das besagt, dass er zu etwas anderem heranreift. Aber er muss selbst an das heranreifen. In der Gesellschaft ist in der letzten Zeit viel Neues erschienen, viel Neues, nicht Traditionelles hat sich gezeigt, aber so, wie es zum Vorschein gekommen ist, so verschwindet es sicher auch in vielen Fällen.
Daher möchte man zu dem allen sagen: Kommt her, zeigt hier euer Werk, und wenn ihr seht, dass das, was ihr leistet, wirklich retten kann, so kommt, zeigt, was ihr könnt, ob das nur Worte oder auch Taten sind. Denn, wenn wir erneut über eine extreme Zeitperiode sprechen, können wir nicht über eine günstige Rettung der Menschen sprechen, wenn etwa zehn Leute sich zusammentun, sogar dann, wenn sie sich vereinigen, wird es ziemlich schwierig sein, zu überleben, das ist eine zu kleine Einheit. Sie muss viel größer sein, damit es günstig sein würde, weiterzuschreiten. Denn die Gesellschaft muss sich entwickeln und nicht einfach irgendeine Zeitperiode durchschreiten, um dann wieder zum Gewohnten zurückzukehren. Das muss eine große Menge von Menschen sein, die ausreichend sein würde für diese Entwicklung. Darum sollen sie kommen, sie sollen nebeneinander ihre Sache tun, und nebenan wird all das sichtbar: was ist was.


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Frage 8: Die moderne Gesellschaft verwandelt unseren Planeten durch die Abfälle bei ihrer Lebenstätigkeit in einen Müllhaufen. Gibt es einen Ausweg aus dieser Situation?

Wissarion: Die Geschäfte schließen. Nur das. Der Lebenscharakter ist so, dass der Mensch ständig angespornt wird, Müll zu produzieren. Alles, was er kauft, muss weggeschafft werden. Gibt es diesen Müll nicht, dann gibt es nichts, womit er Dreck verursachen kann. Hackt er Holz und hat Späne verstreut, nun, er wird sie zusammentragen und verbrennen. Hier ist es einfacher, hat er etwas nicht verbrannt, verfault es leicht in der Erde, weil er so einen natürlichen Müll erzeugt. Und hier werden Tüten, Dosen, Büchsen angehäuft, die der Mensch im Haushalt nicht braucht, er wollte es aber kaufen, weil er das nicht hat. Und nun muss er das irgendwohin wegwerfen.
Deshalb, solange es diese Sphäre gibt, wo alles bequem und schnell verkauft werden kann, ist gerade das ein Antrieb dazu, Schmutz zu machen. Und selbst, wenn der Müll sich in einem dafür zugewiesenen Raum befindet, bleibt er dennoch Müll. Es ist egal in welcher Entfernung der Müllhaufen ist, ob der Mensch den Müll um sein Haus herum verstreut hat, für die Erde ist das egal. Müll ist Müll. Das ist etwas Unsauberes, das ist so ein Produkt, vielmehr so eine Sphäre eines unsauberen Verhaltens des Menschen in der Natur. Deswegen, wenn die Mülldeponie in der Nähe der Stadt ist, in der Stadt es aber sauber ist, so leben diese Menschen doch unsauber, an diesem Ort haben sie alles verdorben.
Darum, wenn es um den Menschen herum sauber ist, bedeutet das nicht, dass er in seiner Seele eine richtige Vorstellung von der Welt hat und sein Verhalten richtig ist. Natürlich nicht. Liegt um sein Haus herum kein Müll mehr, ist das bemerkenswert, aber er nimmt die Welt trotzdem egoistisch auf. Sein Haus hält er sauber, alles andere ist er aber bereit zu verderben. Das ist jedoch nicht ausreichend. Darum gehört dieser Teil ebenfalls zur geistigen Entwicklung des Menschen. Das ist bereits die Sphäre des Verhaltens zur Erde, zur Natur. Wie sich das Verhalten bei jemandem formiert, ob der eine sich schneller richtig verhalten und der andere etwas zurückbleiben wird, und somit mehr Schwierigkeiten entstehen lassen wird, hängt vom Menschen ab.
Aber zum Minimum kann man das alles nur dann führen, wenn man die Geschäfte schließt. Solange sie existieren, muss man den Müll irgendwohin bringen, irgendwohin werfen. Verbrennen darf man ihn selber nicht, das ist ja auch gefährlich. Besonders in den Städten darf man das nicht tun, lediglich auf dem Lande. Besonders gefährlich wird es, wenn jeder etwas verbrennen wird, denn der Müll entsteht ständig. Es kann nur Unglück passieren.
Den Müll irgendwo deponieren, das ist aber so gut, wie ihn in die Natur zu werfen. Zum Beispiel, jemand geht in den Wald und wirft eine Dose weg. Ob das nun auf einer Mülldeponie, auf einem dafür vorgesehenem Platz sein wird, ob er irgendwo zehn Kilometer weiter weg geht oder die Dose in den sauberen Wald wirft, in Wirklichkeit ist alles das das Gleiche.

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Frage 9: Kann denn der Mensch mit seinen Gedanken den Raum verschmutzen?

Wissarion: Der Mensch denkt ständig, und in der Natur sind allerhand Gedanken zugegen. Das sind Vibrationen, das sind Wellen, Vorstellungen, es gibt viele davon überall, sie sind wie ein Ozean, alles kreuzt sich, es brodelt ringsum, im Leben. Und wenn der Mensch heute zum Beispiel irgendeine Belastung empfindet, so ist das nicht einfach eine psychologische Belastung, die unmittelbar damit verbunden ist, dass die Vibration der Erde sich derart aktiv verändert, dass die Psyche es nicht schafft, sich umzustellen, weil diese Vibration für sie ungewohnt ist, dann kommt es zur Überlastung der Psyche, sie entsteht naturgemäß, das ist eine natürliche Form. Aber überdies noch das, was Ich davor gesagt habe, dass dort, wo eine Aggression vorhanden ist, schneller geschossen wird. Das ist ein Bereich, wo die Menschen sich nicht beherrschen können, sie stecken einander mit dieser negativen Emotionalität an, das geschieht dann sogar am anderen Ende der Erde, jeder Mensch verspürt das, ohne Ausnahme, jeder Mensch, der sich in diesem Feld befindet. Es ist einfach so, dass, je näher man am Epizentrum ist, umso stärker wird es empfunden, und je weiter, umso schwächer, aber es wird verspürt, es wird empfunden.
Deswegen ist der Mensch zusätzlich dazu, dass er naturgemäß psychologisch überlastet ist, in der sich verändernden Natur auch noch dadurch überlastet, dass er irgendwo die negativen Emotionen so aufnimmt. Das alles hat eine Auswirkung auf den Menschen. Zudem ist das negative Denken ohnehin eine schwere Vibrationseigenschaft der Information, die nun im Überfluss vorhanden ist. Man kann sie als Schmutz aufnehmen - aber das ist vorbehaltlich bezeichnet, das gehört nicht zum Schmutz - das ist einfach eine ausgeprägte Energie, die nun dominiert. Sie hat auch ihre Auswirkung auf die Natur der Erde, wo auch irgendwelche Bewegungen in ihrer Eigenschaft sich zu aktivieren beginnen. Alles ist sehr eng miteinander verbunden. Dieser Hintergrund der negativen Gedanken des Menschen ist sehr groß, er ist gefährlich groß.


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Frage 10: Wenn die Menschen sich für ein Leben in der Gemeinschaft entscheiden und einen Beschluss bei der kollektiven Arbeit fassen, hat dann das Mitglied dieser Vereinigung die Freiheit der Wahl, den Gemeinschaftsbeschluss nicht auszuführen?

Wissarion: Und hier sollte man etwas, das mit dem Wort „Kollektiv“ verbunden ist, aufmerksam analysieren. Angenommen, mehrere Menschen haben vor, zum Angeln zu gehen, sie haben beschlossen, ein Kollektiv zu bilden und laden noch jemanden ein: Komm mit uns zum Angeln. Er kann sagen: Ich möchte mitkommen, er kann aber auch sagen: Ich möchte nicht, ich komme nicht mit. Er kann denken: Nun gut, meinetwegen sollen sie gehen, sie machen ihre Arbeit, bekommen etwas dafür und verteilen es untereinander. Sie sind gegangen, haben einen Fang gemacht, für sie ist es nicht so wichtig, ob dieser Mensch mitgekommen ist oder nicht.
Das ist aber auch ein Kollektiv, sie haben sich alle versammelt. Darum ist erwünscht, beim Wort „Kollektiv“ davon auszugehen, womit es verbunden ist. Zum Beispiel, die Besatzung eines Schiffes als Kollektiv hat die Freiheit der Wahl in Bezug auf das Schiff, wird es aber wirklich normal sein, wenn der Schiffskommandant sagt: Alle auf den Schiffsmast! Und was ist mit dir? Und du: Ich muss mich erholen, ich habe die Freiheit der Wahl. Dann versinkt das Schiff, wenn so etwas beginnt.
Deshalb werden Kollektive unterschiedlich sein. Und wenn wir über ein Kollektiv sprechen, in dem die Menschen lernen, zusammen zu leben, wo von diesem „zusammen“ ihr Leben, das Leben ihrer Kinder abhängt, die Möglichkeit für sie zu überleben, so kann man natürlich sagen, dass dieser Mensch dann die Freiheit der Wahl hat. Er muss jedoch nicht einfach wählen, ob er die Arbeit macht oder nicht, sondern ob er in diesem Kollektiv bleibt oder nicht. Das wird er wählen müssen. Denn ein Kollektiv hat sich versammelt, um etwas zusammen zu tun. Möchtest du das nicht tun, dann erhebe auch keinen Anspruch darauf, im Kollektiv zu sein, sondern du bist nur einfach nebenan, du darfst an etwas teilnehmen oder auch nicht, das ist deine Entscheidung. Wenn du aber zum Kollektiv gehörst, dann musst du das auch tun. Darum ist alles davon abhängig, welche Werte und Aufgaben gestellt werden.
Das gilt auch für die Gesellschaft. Eine Menge Arbeit besteht, aber jeder macht es anders. Aber hier ist das Kollektiv groß. Russland ist ein großer Staat, der alles anders macht. Es gibt jedoch Bereiche, in denen dem Menschen die Freiheit der Wahl genommen wird. Angenommen, du wirst zum Wehrdienst einberufen. Versuch’s nur, nicht zu gehen! Es droht Gefängnis, du wirst verfolgt, du wirst gezwungen zu gehen. Haben sie dich gezwungen, dann bedeutet das, dass du dort alles machen wirst, was sie sagen, es ist aus, man hat dir die Wahl genommen, obwohl wir eine freie Gesellschaft sind, Demokratie und anderes mehr haben. Es gibt aber Gebiete, wo du keine Freiheit der Wahl hast, was aber als normal aufgenommen wird. Obwohl viele dagegen kämpfen, schimpfen, gehorchen sie doch, da es in der Gesellschaft so üblich ist. Deswegen ist hier wichtig, was man unter dem Wort „Kollektiv“ versteht. Wenn sich Menschen versammelt haben, die für sich entschieden haben, dass sie alles gemeinsam machen, dann trittst du diesem Kollektiv bei, oder du trittst nicht bei. Bist du beigetreten, dann nimmst du diese Regel an. Nimmst du diese Regel nicht an, dann trittst du nicht bei, du wählst einfach nebenan etwas. Das ist wichtig, für sich selbst zu entscheiden.
Das ist wie in einem Volksstamm, man kann so eine Parallele ziehen, ein Volksstamm der Aborigines. Kann man es für möglich halten, dass jemand aus dem Volksstamm etwas zu tun verweigert, was der Stamm gemeinsam beschlossen hat: zur Jagd zu gehen, Essen, Lebensmittel oder etwas anderes zu beschaffen, indem er sagt: Ich lege mich etwas hin, ich bin nicht in der Stimmung? Das kann man sich schwer vorstellen, das gibt es nicht. Aber in der Stadt ist das vorhanden, in der Gesellschaft existiert das. Denn, wenn er nicht auf die Jagd gegangen ist, ist es egal, er geht und kauft es, er hat die Aufgabe einfacher gemacht. Somit ist es wichtig, diese Sphäre aufmerksam zu analysieren, um nicht einen Bock zu schießen. Denn man kann sich dem Mitmenschen gegenüber derart benehmen, dass man sich später wundert: Nun lebt man mit den Menschen zusammen, wie in einer Gruppe, aber man ist fremd, man wird als Fremder aufgenommen. Man muss sich bemühen, im Kollektiv zu sein.


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Frage 11: Indem sich jeder in die Erkenntnis der Wahrheit vertieft, übernimmt er einen Teil der Verantwortung. Wenn aber der Mensch in einem bestimmten Moment nicht fähig ist, eine schwerere Last auf sich zu nehmen, lohnt es sich denn für ihn, anzuhalten, um das zu vollführen, was er kann, oder soll er weitergehen, um gegenüber den anderen nicht zurückzubleiben.

Wissarion: Das wäre bereits gut, das viel konkreter zu betrachten, denn die Menschen haben verschiedene Möglichkeiten, und nicht alle können etwas vollführen, aber manchmal ist das Bestreben, etwas zu vollführen, wichtig. Und es ist nicht wichtig, ob du es vollbringst oder nicht. Wenn man sieht, dass dieser Mensch es schafft, wenn er sich Mühe gibt, die Arbeit macht, der andere aber hat viel weniger Kraft, er schafft es nicht, das ist klar, aber er muss sich bemühen, es zu tun. Darum spielt in der Entwicklung des Menschen der Glauben und nicht das Wissen eine große Rolle. Gerade damit werden wir hier konfrontiert. Die eine Sache ist, dass du es weißt, dass es über deine Kräfte geht, und die andere, dass du es vermutest. Denn manchmal, wenn ein Mensch mit einer Schwierigkeit konfrontiert wird, wirkt die Schwäche, er sagt: Es reicht, ich kann nicht mehr. Das ist seine Eigenschaft, die meisten Menschen reagieren derart. Und hier ist es nicht wichtig, ob du kannst, wichtig ist, dass du versuchst, es zu machen, dass du versuchst, alle deine Kräfte einzusetzen, die, welche du auch hast. Kleine? Versuche alles zu geben. Danach schauen wir, was du kannst.
 
Gerade das ist wichtig, weiter zu gehen. Und nicht von vornherein mutmaßen, ob du es erreichst oder nicht. In der geistigen Entwicklung heißt es, du sollst gehen. Bist du hingefallen, steh auf, geh weiter. Es ist nicht wichtig, wie oft du fällst, sondern wie beharrlich du dich bemühst, weiterzugehen. Machen es die Beine nicht mehr, dann sollst du kriechen. Von dir wird nicht verlangt, dass du läufst, von dir wird nicht verlangt, dass du gehst. Die Fortbewegung ist hier wichtig, wie du dich fortbewegst und ob du dich bewegst. Bewegen sich weder Arme noch Beine, dann bewege dich mithilfe der Gedanken. Denn mithilfe von Gedanken kann man sich auch fortbewegen, irgendwelche Vorstellungen durcharbeiten, irgendwelche Szenen in deinem Inneren aufstellen, indem du lernst, richtig auf etwas Gewohntes zu reagieren.
Denn während du im Kopf die eine oder andere psychologische Szene aufstellst, wird sich naturgemäß eine Gemütsbewegung kundtun, die für dich charakteristisch ist. Du hast die Möglichkeit, diese Szene zu überarbeiten, anders zu begreifen. Und wenn du beginnst, richtig zu begreifen, wirst du merken, dass negative Gefühlsregungen, die du hattest, allmählich versiegen. Das heißt, dass du bereits arbeitest, dich mit Hilfe des Gedankens fortbewegst. Darum ist hier das Bestreben, vorwärts zu gehen, am wichtigsten. Nicht das Gehen selbst - das Wort „gehen“ wird hier unter Vorbehalt gebraucht - wichtig ist die Fortbewegung, das Bestreben, vorwärts zu gehen. Auf welche Art und Weise? Der Mensch hat große Möglichkeiten, darum ist das Wichtigste, sich Mühe zu geben. Wenn etwas nicht geklappt hat und die Situation richtig bewertet wird, wird niemand sagen: Was ist mit dir los? Niemand sagt so etwas. Alle werden sagen: Es reicht, du hast dich bemüht, wunderbar, erhole dich etwas, es genügt vorerst einmal.
Man sieht bereits, dass der Mensch alles gemacht hat, er ist gewaschen, korrekt und ruhig. Stets wird jemand in der Nähe sein, der dieses Bemühen wertschätzt. Solche Menschen werden immer in der Nähe dieses Menschen sein.
Man soll nicht vorschnell dabei sein, die Situation mit seinem Kopf zu bewerten. Der Kopf wird leicht eine Information unterschieben, dass dies deine Kräfte überragt, und dann bleibst du stehen. Wenn du für dich feststellst: es reicht, ich kann es nicht. Dann bleibst du stehen, du gehst nicht weiter. Du hast verspielt. Das darf man auf keinen Fall tun. Gerade in der geistigen Entwicklung darf man das keinesfalls tun.
Und bei allem übrigen Physischen, zum Beispiel: Ich kann nicht hinüberspringen, ein Abgrund. Du bist am Rand stehengeblieben: Nein, das geht über meine Kräfte hinaus. Hier kann man es tatsächlich bewerten, weil du weißt, immer noch weißt, bis wohin du springen kannst. Etwas Reales kann man durchaus einschätzen. Hier darf man nicht sagen: Hauptsache, du springst. Hier ist bereits garantiert, dass, wenn du herunterfällst, dir etwas brichst. Hier soll man es schon normal einschätzen, aber auf keinen Fall, wenn es um die geistige Entwicklung geht. Warum darf man da nie sagen: Ich bin sündhaft. Wie soll man dann das Bemühen, sündenfrei zu sein, betrachten? Denn das Bemühen oder Nicht-Bemühen, nicht zu sündigen, führt nicht unvermeidlich dazu, dass du aufhörst zu sündigen. Wenn du aber garantiert immer sündhaft bist, wozu sich dann noch bemühen? Wenn du nicht anders sein kannst, wozu dann noch schreiten, anscheinend gibt es keinen Weg mehr. Du befindest dich einfach tiefer als die Sünden, das ist alles. Wozu sollst du dann hervorkriechen, nach etwas streben? Bleib eben dort sitzen. Das darf man nicht, das ist eine gefährliche Orientierung. Man soll bestrebt sein, sündenfrei zu sein, umso mehr, als man die Sünde auch richtig begreifen muss.
Die Sünde ist ein bewusstes Tun dessen, was du als falsch eingeschätzt hast. Wenn du nun gehst und es tust, das ist Sünde. Wenn du dich aber bemüht hast, dich geirrt hast, gestrauchelt bist, aus Versehen, ohne es zu planen, das ist keine Sünde, das ist der Zeitpunkt der Erkenntnis dessen, was fehlt.
Darum bedeutet sündenfrei sein, zu lernen, das, was du für falsch hältst, nicht vorsätzlich zu tun. Was man dir auch aufträgt, dass es getan werden muss, dass es jetzt wichtig ist, dass du es lieber jetzt machen sollst, weil du es dann später nicht machst, dass du es heute machen sollst. Vielmehr muss man lernen, unabhängig von irgendwelchen Umständen, sich fest an die Position zu halten: Wenn du siehst, dass es falsch ist, dann tu es nicht. Gerade das bedeutet, sündenfrei zu sein. Das ist keine Höhe über den Wolken. Das ist ein normales Verhalten eines vernünftigen Menschen. So ein Mensch ist vernünftig, vordem aber hat nur eine pseudovernünftige Zivilisation existiert.
 

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Frage 12: Wo ist die Grenze zwischen der Wahl der Seele und dem Egoismus? Und ist der Mensch fähig, dies selbst festzustellen?

Wissarion: Das ist sehr schwierig. Indem er die Welt fühlt, verbindet er die natürlichen Empfindungen und die geistigen auf derselben Empfindungsebene. Diese Vibrationen sind miteinander sehr eng verbunden. Es ist schwierig, sie zu trennen, es ist schwierig, irgendeine Grenze zu ziehen. Zwischen dem Bewusstsein und der Gefühlsregung kann man eine Grenze ziehen. Hier ist es schwierig, darum sind hier Orientierungen wichtig, die zuerst vor das Bewusstsein gestellt werden: du sollst das nicht machen, du sollst nicht stehlen. Es sind sehr, sehr viele Zweiglein, fiktive Meilensteinchen, die das Bewusstsein fixiert. Dann soll der Mensch einfach versuchen, diesen Meilensteinchen zu folgen.
Die Empfindungswelt wird sich auf solch eine Art umstellen, dass die natürliche Komponente der Gefühle des Menschen davon in Abhängigkeit gerät, wie der Mensch das Gewissen bezeichnet. Denn das Gewissen gehört mehr zu der geistig-seelischen Manifestation des Wesens des Menschen. Dieses Natürliche, Egoistische, muss unter den Einfluss dieser geistig-seelischen Komponente geraten, dann wird alles in Ordnung sein. Es ist aber nicht möglich, das Egoistische vollkommen abzuschaffen, solange der biologische Organismus besteht.
Diese Gefühlsregung ist dem biologischen Organismus eigen, sie ist für die Selbsterhaltung zuständig. Das ist der egoistische Teil. Er muss im entsprechenden Moment Unruhe empfinden, Angst, wenn irgendwo etwas die Lebenstätigkeit seines Organismus bedroht. Er muss das erleben, und das ist gerade das egoistische Gefühl. Darum darf man es nicht endgültig abschalten. Es soll aber organisiert sein. Und darum werden das Letzte Testament und überhaupt alle Testamente als auch Lehren bis jetzt aufgestellt als ein Versuch, Meilensteine aufzustellen, welche das Bewusstsein fixieren können. Mit Gefühlen kann der Mensch das nicht empfinden, er ist für etwas Neues empfänglich, er kann empfinden: „Oh, das ist etwas sehr Wichtiges für mich“, aber auch nicht mehr.
Aber die Fülle des Wertes des Neuen zu empfinden, ist nur dann möglich, indem du es begreifst, wenn du bereits praktisch das, was bereits für dein Bewusstsein als Meilenstein gekennzeichnet ist, auch ausführst. Die Lehre hat diesen Charakter der Aufstellung gerade dieser Meilensteine: Wohin soll man gehen, um nicht umherzuirren, um nicht zu rätseln, ob man soll oder nicht soll. Man muss aber, obwohl sich im Inneren etwas weigert. Und manchmal ist es gerade das, was man verbessern sollte. Und das bedeutet, dass man gehen muss und es tun muss. Wenn du dich überwinden kannst, die Angst, die Unentschlossenheit überwindest und das machst, was getan werden soll, dann beginnst du dich zu verändern.
 

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Frage 13: Darf man denn heute in der Gesellschaft und auch hier, im Land der Verheißung, Kirchen bauen?

Wissarion: Das ist der Bereich, wo man nicht sagen darf, dass man Kirchen  bauen muss, genauso, wie man nicht sagen darf, dass man ein Gläubiger sein muss. Denn das ist eine Eigenschaft, eine Besonderheit, die sich naturgemäß kundtun muss. Das ist so, wie ein Mensch Luft einatmet. Wozu soll man ihm sagen: Sie müssen atmen. Er atmet und wird atmen, selbst, wenn man ihm das nicht sagt. Eine Kirche – das ist tatsächlich die Vorstellung von einer Kirche, so, wie sie sein soll. Das ist das Bestreben des Menschen, etwas, das für ihn heilig ist, zu verherrlichen. Er möchte das auf eine schöne Weise tun. Denn der Mensch ist geboren, Schöpfer zu sein, das heißt, fähig zu sein, Schönes zu schaffen. Also ist sein Bedürfnis, etwas zu verherrlichen, ebenfalls das Bedürfnis,  etwas Schönes zu schaffen, im Namen von etwas, etwas Schönes zu schaffen. Er ist bestrebt, das Schönste, was er imstande ist zu tun, auszuführen.
Und eine Kirche hat diesen Sinn, denn dahinter soll nicht verborgen sein, dass die Menschen gerettet werden, wenn es Kirchen gibt, wenn sie in Besitz eines Kirchengebäudes sind. Denn eigentlich ist diese Kirche in der Menschenseele. Die Kirche Gottes befindet sich in der Seele des Menschen, wenn die Menschen sich vereinen, so bilden sie eine Kirche. Ihre Seelen haben sich in einer heiligen Aufwallung vereint, etwas Wertvolles zu schaffen, etwas Wichtiges, Heiliges, Richtiges. Dann bilden sie bereits eine Kirche. Mit dem Tempelbau aber versucht der Mensch seine Freude zu zeigen, das Beste, was er hat, im Namen Gottes, im Namen von etwas für ihn Heiligem momentan, im Namen der Vorstellung, die er hat. Darum haben die Menschen immer unterschiedliche Kirchen gebaut. Man darf ihnen nicht sagen: Ihr müsst bauen. In Wirklichkeit soll es aus Begeisterung geschehen. 
Obwohl Ich zulassen kann, dass in Anbetracht dessen, wie die Menschen diese Sphäre mit ihrem Bewusstsein aufnehmen, wie sich etwas traditionell aufbaut, manchmal auch gesagt werden kann, dass man bauen soll. Die Menschen tun es, weil es sein muss, sie gehen und tun es. Obwohl, wenn sie es nicht tun, nur aus dem Grund, dass jemand gesagt hat: man muss, dann hat das schon einen anderen Wert. Man kann keine gute, schöne Kirche bauen, sogar in diesem Gebäude kann keine normale Kirche aufgebaut werden. Man kann natürlich eine schöne und prachtvolle Kirche, die mit irgendwelchem glänzenden Zeug behängt ist, errichten, wenn man aber da hineingeht, wird es unmöglich sein, die erforderliche Atmosphäre zu empfinden. Die kann man spüren, nicht wenn das gemacht wird, weil es sein muss, sondern weil es gewünscht wird, es ein großer Wunsch ist. Sie versammeln sich und tun es, damit sie dahin kommen können und diese Atmosphäre, die sie zusammen herstellen wollten, auch empfinden können. Wenn diese Atmosphäre entsteht, ist das Gebäude dankbar, weil sie alle ihre Kräfte, ihren Geist verflochten haben und so ein verdichtetes Informationsfeld zusammen mit dem Gebäude geschaffen haben, das heißt, das Gebäude hat diese verdichtete geistige Umgebung, dieses Informationsfeld selbst geschaffen.
Und dann, da sich die Menschen in unterschiedlichem Zustand befinden, eine schwere Zeit haben, geht jemand da hinein, er wird von dieser Umgebung genährt, sie wird seine Kräfte wieder herstellen. Das ist sehr wichtig, wenn auch andere wiederkommen und ihre Freude durch Singen zum Ausdruck bringen, oder sie versuchen, etwas anderes zu vollführen, oder sie versuchen, wiederum etwas Heiliges zu verherrlichen. Ich sage „etwas“, weil ich verschiedene Völker meine, nicht unbedingt irgendeine konkrete Erscheinung. Und dann bringen sie das erforderliche Element dieser Information da hinein, wo wiederum jeder Bedürftige hineingeht und dies spüren wird, sich von dem nähren und seine Kräfte wiederherstellen wird. Es ergibt sich, dass ein segenreicher Ort so entsteht, er spielt sozusagen eine Hilfsrolle, er bringt sozusagen nebenbei ein rettendes Licht, ein zusätzliches. Denn er selbst ist für die Rettung da, das ist die Form des Lebens des Menschen. Das ist nicht sein Aufenthaltsort, sondern vielmehr die Art, wie er lebt, wie er auf etwas reagiert, was er unternimmt. Eben das ist seine Rettung und nicht das Kirchengebäude.
Darum ist es gut, wenn die Menschen bauen werden. Wenn sie aus dem Grund bauen werden, weil es sein muss, dann sollen sie so bauen, das ist auch gut. Aber von der Zahl dieser Gebäude hängt die Rettung natürlich nicht ab. Wenn die Menschen richtig leben, so werden sie Kirchen bauen. Niemand wird ihnen zu sagen brauchen, dass es sein muss, sie werden bauen und werden bauen wollen.

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Frage 14: Wie die Gläubigen, so wissen es auch die Ungläubigen, dass die Seele unsterblich ist. Und die Gelehrten haben die Seele sogar messen können. Ferner kann sich der Mensch unabhängig von seiner Lage geistig entwickeln. Wozu also soll man in die Gemeinschaft kommen, wenn man seine Seele in einer beliebigen Gegend der Erde retten kann?

Wissarion: Prinzipiell hat der Mensch die Möglichkeit, sich an einem beliebigen Ort geistig zu entwickeln. Solange er lebt, kann er sich geistig entwickeln. Wenn wir aber über die heutige Zeit reden und versuchen, das Wort „Gemeinschaft“ zu verwenden, so ist eine Sache, wenn der Mensch bei der geistigen Entwicklung irgendwelche primitive Bemühungen macht, eine andere Sache ist, wenn diese Bemühungen sehr aktiv und richtig gestellt sind.
Die Lehre kann man nicht aufnehmen, indem man sie nur gelesen hat. Jede Einstellung verlangt, dass sie auch realisiert wird, indem man versucht sie so oder anders zu begreifen. Und dann besteht die Möglichkeit, das schnell zu berichtigen, es entsteht die unikale Möglichkeit, sich schnell zu verändern, sehr aktiv.
Je mehr Menschen massenhaft ein und dasselbe zu vollbringen versuchen, umso mehr, besser gesagt, umso schneller erlangen sie Weisheit. Sie argumentieren miteinander, sie hören unterschiedliche Meinungen, sie sehen oder versuchen zu verstehen, was die anderen sehen, das heißt, sie erhalten die Möglichkeit, etwas vielseitig zu begreifen, dass sie irgendwo, unter anderen Umständen, wo es keine solche Mitstreiter gibt, solche Gleichgesinnte, nicht die Bedingungen haben werden, derart Erkenntnisse zu gewinnen. So, wie es einem gelingt, zu begreifen, dabei wird es auch bleiben. Ein anderer wird ganz andere Ansichten haben, er wird nicht so denken, er hat eine andere Vorstellung. Eine aktive Entwicklung ist in diesem Fall schwer zu erreichen.
Deswegen ist es nicht unbedingt so, dass auf der ganzen Erde nur ein Glaube besteht, sodass man sich an irgendeinem Ort versammelt. Wo alle Kollektive, die auf dieser Erde existieren, normale Kollektive sind, sie alle haben die richtige Vorstellung von der Wahrheit. Das Einzige ist, dass sie sich durch die verschiedenen alltäglichen Einzelheiten voneinander unterscheiden, es fehlt an Weisheit, der Mensch hat irgendeine Situation noch nicht erlebt, ihm kann dieses Wissen fehlen, diese Erfahrungen. Wenn er aber in diese Situation kommt und mit den Mitmenschen kommuniziert, wird er leicht an das richtige Verständnis kommen. Das kann man überall tun.
Wir reden aber jetzt über eine Situation, wo nur an einem bestimmten Ort sich alles aktiv entwickeln kann. Alle anderen haben im Prinzip auch die Möglichkeit, sich geistig zu entwickeln, aber sie müssen entscheiden, ob sie alles aktiv verändern möchten, oder so, wie es gelingt. Sie haben die Wahl. In dieser Gemeinschaft aber braucht man diejenigen, die fähig sind, an dieser Entwicklung aktiv teilzunehmen. Für die anderen wird es schwierig, hier zu sein. Deswegen kann Ich die Menschen nicht hierher einladen, sie dürfen wissen, was hier geschieht, aber einladen kann Ich sie nicht. Sie müssen es selber entscheiden.“
Ende.

 

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